Endlich Ferien! So oder so ähnlich wird ein froher und erleichterter Seufzer aus den Mündern vieler Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer und deren Familien klingen, wenn nun die Zeit der Sommerferien angebrochen ist. Aber auch diejenigen, die in diesen Wochen keinen Urlaub haben, spüren, dass sich der tägliche Betrieb etwas verlangsamt und es hin und wieder möglich ist, einen Gang zurückzuschalten.
Manchmal geschieht das auch unfreiwillig, wenn gerade in der Urlaubszeit das Auto im Stau steht, Bahn oder Flugzeug Verspätung haben oder sonst ein unvorhergesehener Zwischenfall die lang ersehnte Reise an den Ferienort verzögert. Ein ärgerlicher Zeitverlust, aber vielleicht auch die Möglichkeit, aus einer Situation, die wir doch nicht ändern können, einen Gewinn zu ziehen.
Quelle: Erzbistum Freiburg
Vor kurzem las ich im Internet Tipps für die Wartezeit des Autors Cerith Gardner, die dieser im katholischen Internetportal Aleteia veröffentlicht hatte:
- Akzeptiere, dass du nicht mehr die Hauptrolle spielst. Nichts macht einen Menschen so demütig wie ein verspäteter Flug. - Flughäfen, Bahnhöfe und Straßen sind gute Orte, um Nächstenliebe zu üben, denn dort sind viele Menschen, die einen schwierigen Tag haben. Ein wenig Geduld und Rücksichtnahme bewirken oft mehr als wir uns vorstellen können. - Denk daran, dass jeder eine Last mit sich trägt. Wenn dich also jemand nervt, denk daran, dass diese Person vielleicht eine Last mit sich trägt, von der du nichts weißt – sei sie körperlicher oder seelischer Natur. - Entdecke die verlorene Kunst des Nichtstuns wieder. - Trainiere Selbstbeherrschung. Selbstbeherrschung heißt: Ich entscheide mich dafür, eine schwierige Situation durch mein Verhalten nicht noch schlimmer zu machen. - Sammle Geschichten. Wer wird in einigen Jahren noch danach fragen, ob du damals pünktlich abgeflogen bist? Viel interessanter sind jene Dinge, die sich in diesen Wartezeiten zufällig ergeben: Gespräche, Begegnungen, ein Fremder, der zum Freund wurde, eine unerwartete Übernachtung, ein Abenteuer, das zur Familienlegende wurde… (Quelle: kath.net)
Reisen hat immer den Charakter des Unvorhersehbaren und das ist auch Teil seines Charmes. Auch wir in unserer neuen Pfarrei St. Alban sind miteinander auf einer Reise, die viel Unvorhersehbares mit sich bringt. Eine Reise, bei der es immer wieder auch Verzögerungen und Hindernisse gibt. Die Tipps von Cerith Gardner helfen, konstruktiv gemeinsam weiterzugehen. Die Ferienzeit sollte aber auch die Möglichkeit geben, einmal entspannt und dankbar auf den Weg zu schauen, den wir schon gegangen sind und wie viel Gutes und Neues in den ersten sieben Monaten der neuen Pfarrei entstanden ist.
Ich wünsche Ihnen in den kommenden Wochen immer wieder die Gelegenheit zum Warten, zum dankbaren Zurückschauen und zum sortierenden Blick in die Zukunft und zum Nichtstun, auch zum Nichtstun vor Gott, vor dem wir einfach da sein dürfen.