Das Stephansmünster prägt Breisachs Silhouette – ein Gotteshaus, das nach großen Zerstörungen wiederaufgebaut wurde und bis heute spirituelles und kulturelles Zentrum der Stadt ist.
Gedanken zum theologischen Konzept des Breisacher Münsters
Dr. Bernd Mathias Kremer
Das Münster und seine Stadt
Was für eine Stadt ist Breisach; und durch welche Geschichte ist sie ausgezeichnet, welche hat sie durchlebt, welche hat sie durchlitten? Der Breisacher Münsterberg, umtost von dem erst spät regulierten Rhein, der in unzählbaren Windungen und Seitenarmen die Stadt umspülte, war geradezu für eine frühe Besiedlung prädestiniert, bot er doch Schutz vor den ungezähmten Fluten und eignete sich hervorragend als Befestigungsbollwerk gegen die heranstürmenden Feinde. Demgemäß waren der Berg und seine Umgebung schon in früher Vorzeit Siedlungsgebiet. An der Wende des 1. Jahrtausends v. Chr. siedelten hier die Kelten, die auf dem Berg später eine Stadt errichteten. Die Römer erbauten ein Auxiliarkastell mit Prätorium, in dem Kaiser Valentinian 369 urkundete. Mit ihm betrat ein römischer Kaiser, der sich wieder zum Christentum bekannte, das Germanengebiet, nachdem sein Vorgänger Julian Apostata vom Glauben abgefallen war. Valentinian war nicht nur einer der ersten christlichen Kaiser, die unseren Boden betraten, ihm verdanken wir auch die frühe namentliche Erwähnung „mons Brisiacus“, mit der Breisach in die Geschichte eintrat.
Ein theologisches Konzept des Breisacher Münsters?
Eine Barockkirche hat meist ein geschlossenes theologisches Konzept, vor allem wenn es von einem gelehrten Abt oder Mönch den Künstlern vorgegeben wurde. Dies gilt üblicherweise nicht für mittelalterliche Kirchen, die immer wieder dem Zeitgeschmack angepasst wurden, dadurch und durch kriegerische Auseinandersetzungen herbe Verluste erlitten. Das Beeindruckende am Breisacher Münster ist indessen, dass die verschiedenen historischen und künstlerischen Schichten, die im Laufe der Jahrhunderte das Gotteshaus prägten, uns ein überzeugendes Konzept hinterlassen haben. Es empfängt uns mit dem 'Jüngsten Gericht', das uns zur Entscheidung auffordert, und endet schließlich mit der himmlischen Verklärung in der Marienkrönung des Hochaltares. Und ein entscheidendes theologisches Konzept ist schließlich vor allem die Tatsache, dass dieses Gotteshaus über die Jahrhunderte allen Stürmen widerstand und ein immerwährendes Lob Gottes über die Stadt und unsere Landschaft verkündet.
Prägend: „Jüngstes Gericht“ als Auftakt, „Marienkrönung“ am Hochaltar als Zielpunkt des theologischen Spannungsbogens
Unser Münster Sonderausgabe - …
Hinweis: 1793 schwere Zerstörungen; 1945 Ruinenzustand; 1946 bereits wieder Gottesdienst im Münster
Kurzportrait: Das Breisacher Münster vereint unterschiedliche kunst- und baugeschichtliche Schichten zu einem überzeugenden theologischen Gesamtbogen: Es „empfängt“ mit dem Jüngsten Gericht als Ruf zur Entscheidung und „endet“ in der himmlischen Verklärung der Marienkrönung am Hochaltar.
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Nach massiven Zerstörungen (u. a. 1793 und 1945) wurde das Münster wieder aufgebaut – so, dass bereits 1946 wieder ein erster Gottesdienst möglich war.
St. Stephanus (links), 26.12., (Laurentius, rechts), Breisach
Gedanken zum theologischen Konzept des Breisacher Münsters
Dr. Bernd Mathias Kremer
Das Münster und seine Stadt
Was für eine Stadt ist Breisach; und durch welche Geschichte ist sie ausgezeichnet, welche hat sie durchlebt, welche hat sie durchlitten? Der Breisacher Münsterberg, umtost von dem erst spät regulierten Rhein, der in unzählbaren Windungen und Seitenarmen die Stadt umspülte, war geradezu für eine frühe Besiedlung prädestiniert, bot er doch Schutz vor den ungezähmten Fluten und eignete sich hervorragend als Befestigungsbollwerk gegen die heranstürmenden Feinde. Demgemäß waren der Berg und seine Umgebung schon in früher Vorzeit Siedlungsgebiet. An der Wende des 1. Jahrtausends v. Chr. siedelten hier die Kelten, die auf dem Berg später eine Stadt errichteten. Die Römer erbauten ein Auxiliarkastell mit Prätorium, in dem Kaiser Valentinian 369 urkundete. Mit ihm betrat ein römischer Kaiser, der sich wieder zum Christentum bekannte, das Germanengebiet, nachdem sein Vorgänger Julian Apostata vom Glauben abgefallen war. Valentinian war nicht nur einer der ersten christlichen Kaiser, die unseren Boden betraten, ihm verdanken wir auch die frühe namentliche Erwähnung „mons Brisiacus“, mit der Breisach in die Geschichte eintrat.
Ein theologisches Konzept des Breisacher Münsters?
Eine Barockkirche hat meist ein geschlossenes theologisches Konzept, vor allem wenn es von einem gelehrten Abt oder Mönch den Künstlern vorgegeben wurde. Dies gilt üblicherweise nicht für mittelalterliche Kirchen, die immer wieder dem Zeitgeschmack angepasst wurden, dadurch und durch kriegerische Auseinandersetzungen herbe Verluste erlitten. Das Beeindruckende am Breisacher Münster ist indessen, dass die verschiedenen historischen und künstlerischen Schichten, die im Laufe der Jahrhunderte das Gotteshaus prägten, uns ein überzeugendes Konzept hinterlassen haben. Es empfängt uns mit dem 'Jüngsten Gericht', das uns zur Entscheidung auffordert, und endet schließlich mit der himmlischen Verklärung in der Marienkrönung des Hochaltares. Und ein entscheidendes theologisches Konzept ist schließlich vor allem die Tatsache, dass dieses Gotteshaus über die Jahrhunderte allen Stürmen widerstand und ein immerwährendes Lob Gottes über die Stadt und unsere Landschaft verkündet.