Gebiete in der Pfarrei

 
  

Verabschiedung von Cornelia Reisch

Sonntag, 4. Oktober, um 11 Uhr in der Liebfrauenkirche in Neuenburg

… Das Bild bringt Ernte und Aussaat zusammen. Die reifen Körner, die aufgeblühten Sonnenblumen – sie tragen in sich schon die Samen für Neues.

An Erntedank stehen sicher die Freude über die Früchte und etwas Stolz auf die geleistete Arbeit im Vordergrund. Gerade nach dem heißen Sommer ist es nicht selbstverständlich, dass vieles wachsen und reifen konnte. Manches ist einfach vertrocknet und verkümmert. Wieder einmal mehr zeigen uns die Klimaveränderungen, wie fragil unser Leben ist, wie komplex die Zusammenhänge und wie unverfügbar letztlich die Natur ist.
Vieles, was unser Leben ausmacht, ist ähnlich unverfügbar: Beziehungen, Freundschaften, ein gutes Verhältnis in der Nachbarschaft und im Kollegenkreis sind von uns zu gestalten, aber sie brauchen ebenso die anderen und ein gutes Umfeld. Es ist schön und ein Grund für tiefe Dankbarkeit, wenn es glückt.  Wir spüren das auch in unseren Kirchengemeinden, wie wenig wir „Glauben“ machen können. Und an manchen Stellen, wo wir es gar nicht erwartet hätten, blüht er einfach auf.
Den Tag, einen Lebensabschnitt, das Leben nicht nach der Ernte beurteilen – das heißt, eine innere Freiheit und viel Hoffnung zu bewahren. Es geht nicht um schnell sichtbare Erfolge, sondern um ein geduldiges und unermüdliches Aussäen. Kurz gesagt: „Nicht was du bekommen und erreicht hast, zählt, sondern was du gegeben hast.“
Liebe Gemeinde,
für mich beginnt Anfang November nach fast 40jähriger beruflicher Tätigkeit der sogenannte Ruhestand und ich schaue auf die letzten 10 Jahre hier im Süden der Pfarrei auch mit einem Gefühl von „Erntedank“ zurück. Ich bin dankbar für die Zeit hier, für viele schöne Beziehungen, die in diesen Jahren gewachsen sind und für ganz viele punktuelle Begegnungen, in denen ich liebenswürdige Menschen kennenlernen durfte: in der Erstkommunion- und Firmvorbereitung, in der Ökumene, in der Grundschule Neuenburg und im Gemeindeteam, im Beerdigungsdienst und im Team der Hauptberuflichen und, und, und …
Ich wünsche Ihnen allen eine unverdrossene Hoffnung und Freude beim „Aussäen“ in Ihren Gemeinden und immer wieder ein paar Blumen und Früchte, die zeigen, dass die Mühe nicht vergebens ist. Und vor allem das Vertrauen, dass wir säen, pflanzen und gießen können, dass es aber Gott ist, der wachsen lässt.
Alles Gute und herzliche Grüße
Cornelia Reisch, Gemeindereferentin