Die Pfarrkirche St. Mauritius befindet sich im Ortskern von Oberbergen.
Geschichte
Nachdem „Berga" (Oberbergen) 972 schon als Eigentum des Klosters Einsiedeln erwähnt worden war, tauchte in den Akten 1139 in „Berghen" auch eine Kirche mit dem Patronat des heiligen Mauritius als Filiale von Bischoffingen auf.
Der untere Teil des Turmes der heutigen Pfarrkirche weist auf den zweiten Vorgängerbau, eine gotische Chorturmkirche hin, für die 1497 das heute wieder benützte Sakramentshäuschen geschaffen wurde.
Das dritte, jetzige Kirchengebäude entstand 1812 neben dem alten Chorturm auf dem Gelände des damaligen Friedhofs, der danach an den Westrand des Dorfes verlegt wurde.
Diese Kirche wurde 1967 wegen des Schwamms in Boden und Gestühl erstmals renoviert und 2001/2002 durch Architekt Hans-Jürgen Treppe nach den Erfordernissen der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils grundlegend umgestaltet.
Gestaltungsidee
Neuer Mittelpunkt des Gemeinderaums im vorderen Drittel des alten Kirchenschiffs ist der quadratische Altar als Tisch für die Eucharistie. Bildhauer Wolfgang Eckert aus Furtwangen hat ihn zusammen mit einem ähnlich gestalteten Ambo aus Aubergmarmor geschaffen.
Die großzügige Anordnung erlaubt den Gläubigen, den Altar von drei Seiten zu umgeben. Auch für die Gestaltung der Liturgie ist genügend Platz vorhanden.
Ausstattung
Während ein Radleuchter die zentrale Stellung des Altars betont, beeinträchtigt er leider auch etwas die Sicht auf einen Lebensbaum, der die Stirnseite der dreiseitigen Apsis abschließt. Der Künstler Wolfgang Eckert lenkt mit den zarten metallenen Blättern eines Kreuzbaumes die Blicke der Gottesdienstgemeinde auf die Figuren der mittelalterlichen Kreuzigungsgruppe, die schon ins Jenseits gerückt erscheinen.
Zwischen Altar und Lebensbaum bietet der ehemalige Chor Platz für die kostbarsten alten Kunstwerke der Oberbergener Kirche: die im modernen Lebensbaum integrierte Kreuzigungsgruppe, das Sakramentshäuschen von 1497 und die Pieta von 1500.
Im so entstandenen zusätzlichen Raum steht unter dem Lebensbaum auch der Taufstein von 1854, an dem in kleinerer Gemeinde die Taufe gespendet wird, aber auch Tagzeitenliturgie gesungen und persönlich gebetet werden kann.
An den Wänden des Kirchenraums ist die feiernde Gemeinde von den bäuerlichen Heiligenfiguren der Barockzeit aus der Mitte des 18. Jahrhunderts umgeben (die die Heiligen Mauritius, Urban, Wendelin und Romanus darstellen), während die Themen der Glasmalerei des 19. und 20. Jahrhunderts an verschiedenen Fenstern ebenfalls auf Heilige hinweisen: die Heiligen Josef, Klaus von Flüe, Mauritius, Romanus, Anna und Maria. Den Betern kann so das Gefühl vermittelt werden, dass sie nicht alleine vor Gott stehen.
Von den Gemälden der ehemaligen Seitenaltäre grüßt rechts vom Altarbezirk der Kirchenpatron mit seinen Gefährten auf einem 1870 (für den damaligen Hochaltar) gemalten Bild, während links auf dem qualitätvollen Werk von Simon Göser aus dem 18. Jahrhunderts eine Kreuzigungsdarstellung zu sehen ist.
Unter dem Turm bildet der Chor der ehemaligen mittelalterlichen Chorturmkirche einen stimmungsvollen gotischen Raum mit Kreuzrippengewölbe in dem allerdings nur noch fragmentarisch erhaltene Bilder zu sehen sind. Auch dieser Raum ist es wert, für Gottesdienste in kleinen Gruppen endgültig restauriert zu werden.