Am Standort der heutigen katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt, oder auch Liebfrauenkirche genannt, befanden sich mehrere Vorgängerkirchen. Als erster überlieferter Bau gilt eine Franziskaner-Klosterkirche der Barfüßer aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde im Holländischen Krieg (1675) bis auf den Chor zerstört. Vier Jahre später wurde notdürftig ein Zelt am Chor befestigt, das 1699 einem Notbau wich. 1704 wurde die Kirche im Spanischen Erbfolgekrieg völlig zerstört.
1725 bis 1727 errichtete Baumeister Simon Hüttle eine neue Kirche, deren Chor von 1886 bis 1890 erneuert wurde. Glasfenster schufen Rudolf und Otto Linnemann aus Frankfurt im Jahr 1903, Unterlagen hierzu befinden sich im Linnemann-Archiv. Der Turm blieb bestehen und wurde erhöht.
Im Zweiten Weltkrieg brannte die Kirche 1940 völlig aus und musste gesprengt werden. Der heutige Bau entstand nach einem Entwurf des Freiburger Architekten Gregor Schröder aus dem Jahr 1953. Der erste Gottesdienst fand hier am 22. November 1953 statt.
Zum Gedenktag des heiligen Fridolin
Der 6. März ist der Gedenktag des heiligen Fridolin. Seit dem Jahre 1627 ist der heilige Fridolin Stadtpatron von Neuenburg am Rhein, wie uns ein Beschluss des Rates der Stadt aus jenem Jahr berichtet. Der Neuenburger Stadtrat legte damals das Gelübde ab, alljährlich zum Festtag des Heiligen am 6. März eine große Kerze an den Schrein des heiligen Fridolin in das Münster nach Bad Säckingen zu schicken, damit durch seine Fürsprache die Stadt vor Ungemach bewahrt bleibe. Jedes Jahr nimmt in Erfüllung dieses Gelübdes eine mächtige Motivkerze ihren Weg nach Bad Säckingen, wo sie immer sonntags zu Ehren des Neuenburger Stadtpatrons, gemäß des Ratsbeschlusses "zu brennen" hat.
In der Neuenburger Liebfrauenkirche erinnert eine aus dem untergegangenen Münster stammende Statue aus dem 16. Jahrhundert und eine, vor einiger Zeit eingebrachte Reliquie des heiligen Fridolin, ein Geschenk der Münsterpfarrei Bad Säckingen an die Stadt Neuenburg am Rhein und die Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, an den Stadtpatron. (Quelle: Stadtarchiv Neuenburg am Rhein)