
Unter den Gesängen zu Gerechtigkeit und Frieden finde ich im Gotteslob das Lied „Manchmal feiern wir mitten im Tag“. Es ist nicht mehr so ganz taufrisch, gehört aber immer noch zum neuen geistlichen Liedgut und es verweist uns darauf, dass wir mit dem Guten rechnen sollten, ohne es zu berechnen. Mittendrin wird Gottes Liebe und Gottes Gnade erfahrbar, bricht sich Bahn in unseren Alltag und verändert uns und unser Leben.
Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung.
Stunden werden eingeschmolzen und ein Glück ist da.
Dieser Moment vergeht, aber dieses Glück strahlt weiter, wirkt in unsere Tage und Wochen und scheint immer wieder auf im Leben und trägt uns durch dunklere Zeiten.
Manchmal feiern wir mitten im Wort ein Fest der Auferstehung.
Sätze werden aufgebrochen und ein Lied ist da.
Dieses Lied summt in unserem Kopf und wird zum Ohrwurm, eine Melodie, oft nur ein Ton, der uns versöhnlich stimmt und hinter die Worte auf den Sinn hören lässt.
Manchmal feiern wir mitten im Streit ein Fest der Auferstehung.
Waffen werden umgeschmiedet und ein Friede ist da.
Die Energie schwillt an, wenn wir Wut und Ärger umleiten können in ein kreatives Gestalten, ein Tun, das uns und unsere Welt verändert.
Manchmal feiern wir mitten im Tun ein Fest der Auferstehung.
Sperren werden übersprungen und ein Geist ist da.
Dieser Geist inspiriert uns und lässt uns ver-rückte Dinge denken und probieren. Lässt uns spüren: Gott lächelt mich an, zärtlich, wohlwollend und ermutigend.
Manchmal, mitten am Tag, unverhofft wird Auferstehung spürbar.
Manchmal, mitten am Tag, unverhofft wird Gnade sichtbar.
Manchmal, mitten am Tag, unverhofft wird Liebe hörbar.
Manchmal mitten am Tag, unverhofft bekommt Glaube einen Geschnmack.
Manchmal, mitten am Tag, unverhofft fällt Gott in mein Herz.
Text: Gotteslob 472, Andrea Ludwig
Bild: Helene Drabe
