DEUTSCH - FRANZÖSISCHES TREFFEN VON KATHOLISCHEN FRAUEN
22 Jahre deutsch - französische Freundschaft katholischer Frauen beim Treffen am 10. Oktober
Im historischen Städtchen Staufen, eingerahmt von Schwarzwald und Weinbergen, fand das 22. deutsch-französische Austauschtreffen zwischen der kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) und der ACF (Action Catholique des Femmes) statt. Die Teilnehmerinnen aus den Diözesen Strasbourg und Freiburg wurden am Bahnhof in Empfang genommen und zum Martinsheim gebracht – dort wartete bereits die kfd St. Anna- Staufen mit frisch gebackenem Gugelhupf, Kaffee und Erfrischungsgetränken: ein herzlicher Empfang, der die Sprachgrenzen gleich zu Beginn vergessen ließ.
Ein historischer Rahmen mit Geschichten

Bei der Stadtführung erlebten die 18 teilnehmenden Frauen Staufen mit all seinen Geschichten: Wer weiß schon, wie das „Genickschussgässle“ – jetzt Jägergasse - zu seinem Namen kam? Auch die berühmten Risse am Rathaus – Spuren der Hebungsrisse nach den Geothermiebohrungen von 2007 – und die historischen Wappen an den Fassaden der Altstadthäuser zeugten davon, wie Geschichte und Gegenwart in Staufen dicht beieinanderliegen. Auch der berühmteste Bewohner der Stadt wurde nicht vergessen – der Alchemist, der Goethe als Vorbild für seinen „Doktor Faustus" diente.
Dem gemeinsamen Mittagessen folgte der zweisprachige Gottesdienst in der Annakapelle der Staufener Kirche St. Martin, diesmal unter dem Motto „Dankbarkeit, Mitgefühl und Hoffnung". Drei Symbole auf dem Altar begleiteten die Feier: eine Schale mit Wasser vom Rhein, das die beiden Ufer – und damit die Frauen beiderseits der Grenze – verbindet, eine Kerze als Zeichen der Hoffnung und ein Brot als Zeichen der Versöhnung. In Gebet und Gesang fanden die Frauen aus Frankreich und Deutschland zusammen, die Texte und Fürbitten wurden abwechselnd in beiden Sprachen gesprochen.

Bei Kaffee und Kuchen stand am Nachmittag die Frage im Raum: „Was ist euch wichtig beim Austausch zwischen den Frauen der Diözesen?" In kleinen Gruppen und mit Übersetzerinnen im Hintergrund kamen vielfältige Antworten zusammen: die gewachsene Freundschaft, das Interesse am Leben der Nachbarinnen jenseits des Rheins, das gegenseitige Lernen – aber auch das Bewusstsein, dass vieles, was die Frauen bewegt, dieselben Themen sind, egal auf welcher Seite des Flusses.

Das Treffen hat eine lange Tradition im deutsch-französischen Austauschs zwischen kfd und ACF und bis vor kurzem auch dem Heliandbund, der diesen Austausch initiiert hat. Nach 22 Begegnungen ist daraus mehr als ein Anlass geworden: ein lebendiges Netzwerk der Freundschaft über den Rhein hinweg. Am Ende des Tages stand für alle Beteiligten fest – man sieht sich beim nächsten Treffen im Elsaß wieder.
Michaela Renz

